FC Planlos '05 Karlsruhe » Keineswegs perfekt aber halbwegs elegant…


Passau – Mit einem 5. Platz beim Hagsfelder Aktiventurnier beendete der FC Planlos am 05.07 die Sommersaison. Ruhmreich war das sicherlich nicht, nahmen bei den Aktiven doch nur sieben Mannschaften teil. Doch das Glück war nicht auf der Seite der Planlosen und manch böse Zunge munkelte gar, dass auch Fortuna nicht weiter hätte helfen können.

Um 18:00 trat man selbstbewusst mit zwei Legionären auf dem Hagsfelder Sportgelände auf. Luiz und Philipp T. bereicherten das Team – später stieß auch noch Philipps großer Bruder Daniel hinzu. Das Geburtstagskind vom Folgetag, Robert B. war aus Lyon eingeflogen, sodass man sich in ausgelassener Stimmung an das Umkleiden machte. Der erste Dämpfer kam mit der Verspäteten Anreise des ersten Gegners, sodass das Spiel ausfiel. Der FC Planlos zeigte sich allerdings erkenntlich und erlaubte den „Jacksons“ (so das Verspätete Team) das Spiel nachzuholen, anstatt auf die drei Punkte zu bestehen.

Zur Verwunderung waren auf dem Kleinfeld große Fußballtore aufgestellt. Dies bewegte den Kapitän Marco R. dazu, neue taktische Aufstellungen auszuprobieren. Und tatsächlich sollte sich das fürs Feld überdimensionierte Tor als Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs herausstellen. Da die Planlosen ohne Torwart angereist waren stiegen die Anforderungen an eine Abwehr die zu viel Raum abzudichten hatten.

Nach einer ersten Niederlage und einem Unentschieden wurde umgestellt. Die Raute wich einer 2-3 Aufstellung. Zwei Innenverteidiger und drei Spieler zur Abwehr von Fernschüssen. Die Absurdität konnte nur durch das Großfeldtor erklärt werden. Allerdings nutzten die Kontrahenten das große Spielfeld in seiner ganzen Breite und profitierten gelegentlich von technischer Überlegenheit. Die zur Konzentration aufgerufene Verteidigung musste sich jeweils entscheiden: angreifen oder stellen. Eine Entscheidung, die wegen der Größenverhältnisse auf dem Feld schwierig war. Meistens fiel die Entscheidung zu spät und die Gegner konnten jubeln.

So gelangen zwar zwei Siege, allerdings stand die Abwehr in keinem Spiel so, dass man sie als „sicher“ hätte bezeichnen können. Dabei hatte man sich nur eine Woche zuvor bei der Hobby-WM in Ettlingen als Abwehrbollwerk präsentiert.

Schmerzhafter als der ausgebliebene Erfolg waren mit Sicherheit die Mückenstiche, mit denen die Spieler zu kämpfen hatten. Denn während die Stimmung innerhalb des FC Planlos, trotz der Niederlagen, großartig blieb, so schwankte die Laune der anderen teilnehmenden Mannschaften. Unschöne Rudelbildungen, aggressives Einsteigen und Retaliationsfouls, sowie Beleidigungen der untersten Schublade unterschatteten das Turnier. Allein die „Jacksons“ zeigten sich alles andere als Höflich, bedankten sich nicht für das aus Kulanz nachgeholte Spiel, wiesen im selbigen den Schiedsrichter an mehreren Stellen zurecht, verlangten gar der gesamte FC Planlos solle sich Leibchen anziehen, weil ein einziger (!) Spieler der „Jacksons“ dieselbe Farbe trug. Fairplay und Sportsgeist sehen anders aus. Leider wünschte man sich ein besseres Verhalten auch von allen anderen Teams. Daher überraschte es doch, mit welcher Contenance der FC Planlos auftrat, sein Los akzeptierte, sein Bestes gab und sich fröhlich verabschiedete – eben nicht perfekt aber immerhin halbwegs elegant.

 

Spielernoten

Francesco R.: 4-5 mit Sternchen *

Unsicher waren in der Defensive fast alle Planlosen, deshalb kann man sich bei Francesco nicht darauf versteifen. Es ist anzumerken, dass er an mehreren Spielen das Tor hütete. Auf dem Feld verzeichnete er zwei Tore – eines davon traumhaft. Einmal hätte es mit einem Doppelpack fast zum Ausgleich gereicht, aber eben nur fast. Das Selbstbewusstsein zum Abschluss ist wieder da. Für eine bessere Note hätte der ganze FC Planlos aber ein besseres Spiel gebraucht.

 

Marco R.: 4

Der Kapitän hadert noch mit seinem Aufbauspiel. Die Übersicht, die man sonst von ihm gewohnt ist, hat sich im Gestrüpp des peruanischen Dschungels verfangen. Und doch strahlt die Abwehr nur Ruhe aus, wenn er in ihr steht. Ihm wurde das zu große Tor oft zum Verhängnis, als die Angreifer sich aussuchen konnten ob sie rechts oder links vorbeiziehen könnten.

 

Matteo R.: 5

War weitestgehend abwesend. Stand zwar auf dem Platz aber nach vorne nicht merklich. Viel zu unentschlossen in den Zweikämpfen und unsicher mit der Mannaufteilung. Wenn er mal doch eine Entscheidung fällte, dann oft die falsche und der Gegner kam zum Zug. Litt unter der kurzen Spieldauer und den langen Pausen und lief so – schlicht und ergreifen – nicht warm.

 

Paolo R.: 4

Allemal besser als noch bei der Hobby-WM. Ehrgeizig und bestrebt, aber auch dickköpfig. Will mit dem Kopf durch die Wand, dreht sich mit dem Ball in seine Verteidiger rein, schaltet – für einen Stürmer nicht immer falsch – den Tunnelblick an, ist zum Vollstrecken aber gelegentlich einen Schritt zu spät. Schwächen liegen vor allem im Prallen und Ablegen – eben in der Übersicht.

 

Robert B.: 5

Hat die Zweikampfstärke eines fünfjährigen. Anders sind die Ballverluste im 1gg1 gegen einen 11-Jährigen nicht zu erklären. Hat in Frankreich etwas zu viel „laissez-faire“ erfahren und zuckt lieber enttäuscht mit den Schultern, wenn ihm der Ball abgeluchst wird, statt den Hulk auszupacken und nachzurennen. Hat allerdings ein wichtiges Tor erkämpft und auf seinen Kilometern nicht schlapp gemacht.

 

Roman S.: 4-5

Verrannte sich gerne mit dem Ball und hat kein Auge für den sicheren Pass hinten herum – die unsicheren kamen auch nicht an. In hitzigen Situationen kurz vor Abpfiff mag das zu verstehen sein, ansonsten allerdings sehr fatal. Im Gegensatz zu manch anderen dafür nach hinten enorm entschlossen: schaltete in den Turbo-Gang beim Ballverlust und suchte seine Zweikämpfe: zwar noch kein fuego, aber Tendenz zum caliente!

 

Luiz: 4

Hatte seinen zweiten Auftritt und darf jetzt auch mal kritisiert werden. Grundsolide Arbeit in allen Belangen und bestrebt nach hinten. Hat ein wichtiges Tor mit dem schwachen linken Fuß erzielt und fügt sich auch menschlich sehr gut ins Team ein. Man hofft auf weitere Einsätze von ihm für den FC Planlos. Auch hier verhindert die gesamte Teamleistung eine bessere Note.

 

Philipp T.: 2

Erteilte den Fans des FC Planlos eine Lektion und brachte die „Koan T.“ Rufe zum Erliegen. Gespenstische Zweikampfquote und leitete immer auch sofort den Gegenangriff ein. Aus Blitzkrieg-Bob wurde Blitzkrieg-Phil. Stärkster Mann auf dem planlosen Feld. Seine Vorstöße öffneten allerdings Lücken: ohne bessere Absprachen bleiben solche Aktionen gefährlich fürs eigene Team. Allerdings eroberte er dann auch die Bälle zurück, die urplötzlich in die falsche Richtung rollten.

 

Daniel T.: 3

Kam mit Verspätung aber schlug ein wie eine Bombe. Mit vier Toren, vereinsinterner Torschützenkönig. Konditionsstark und selbstsicher, die meisten Planlosen ließen je eines der beiden Sachen vermissen. Daniel allerdings auch des Öfteren eigensinnig und erlaubte sich mit Ball Zweikämpfe die einfach hätten umspielt werden können. Es fehlte ihm – womöglich auch genetisch bedingt – an Übersicht.

 

 

Das war Greg Brudette, FCPN, irgendwo in Niederbayern.

 

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